5 Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch

So verstehst du Kandidaten wirklich

Durch Smartphones, Social Media und allgemeines Surf-Verhalten geben wir eine Unmengen an Daten preis. Diese Daten vereinfachen die Vorselektion der potenziellen neuen Mitarbeiter deutlich. Die weiteren Vorteile für HR durch die digitalen Transformation liegen auf der Hand. Persönliche Gespräche bleiben dennoch zumeist unersetzlich. Das persönliche Treffen ist häufig Botenstoff für Kreativität, Synergien und Ideenreichtum. Wer im klassischen Bewerbungsgespräch tiefe Einblicke in das Wesen seines Kandidatens erlangen will und dessen emotionale Intelligenz testen möchte, sollte gut überlegen, welche Fragen er stellt. 
 
"Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ ist dabei übrigens ein probates Mittel, um zu testen, ob selbst der bildungsresistente Hinterwäldler 6 Begriffe auswendig lernen kann. Er ist motiviert, teamfähig und kreativ. Herzlichen Glückwunsch.
 

5 Fragen, die dir helfen, deinen gegenüber einzuschätzen.

1. Was war deine größte Herausforderung und wie hast du sie gemeistert?

         
Diese Frage präferiert Tesla’s und SpaceX CEO Elon Musk. Ziel der Frage ist herauszufinden, wie intensiv sich der Kandidat mit der Lösung eines Problems befassen kann. Wenn er die Herausforderung wirklich persönlich gemeistert hat, kann er auf verschiedenen Ebenen antworten und das Problem sowie die Lösung bis auf die Grundfeste beschreiben. Wer sich intensiv mit einem Problem auseinander gesetzt hat, vergisst das nicht. 
Des Weiteren kannst du erkennen, wie ein Kandidat prinzipiell mit Herausforderungen umgeht.
 

2. Was war das härteste Feedback, dass du je erhalten hast und wie hast du davon gelernt?

 
Beantwortet dir ein Bewerber die Frage damit, sich nicht an ein bedeutendes Feedback erinnern zu können: Verabschiede ihn höflich. Diese Antwort zeigt, dass der Kandidat nicht mit Kritik umgehen kann oder sich keine Schwächen eingestehen kann. Mit beiden Eigenschaften lässt es sich nur sehr bedingt produktiv arbeiten.
 
Beantwortet der Kandidat die Frage offen und durchdacht, erlaubt sein Verhalten äußerst positive Rückschlüsse. Auf der eine Seite beweist es natürlich, dass der Bewerber nicht bei stärkerem Gegenwind droht, in einem Tränenmeer zu ertrinken. Auf der anderen Seite erlaubt es dir den Rückschluss, dass er/sie ein tieferes, situatives Verständnis sowie hohe emotionale Intelligenz besitzt und positive Lehren auch aus harter Kritik ziehen kann.
 

3. Beschreibe deinen perfekten Arbeitstag.

 
Geht es nach Facebooks Global Head of Recruiting, Miranda Kalinowski, ist diese Frage elementar für ein informatives und progressives Bewerbungsgespräch. Die vermeintlich einfache Frage erlaubt die Analyse der grundlegenden Motivation sowie Erkenntnisse, ob das Mindset des Kandidaten zum Aufgabenspektrum und der vorherrschenden Unternehmenskultur passt. Des Weiteren lässt sich heraushören, wofür sich der Kandidat faszinieren lässt und welche grundlegenden Bedürfnisse ein Arbeitgeber erfüllen muss, um eine individuelle geeignete Arbeitsatmosphäre bereitzustellen. Vom Mitarbeiter zum Multiplikator.

4. Was macht Ihren beste(n) Freund/in so besonders?

Diese Frage lässt tief in das Werteverständnis Ihres Gegenübers blicken. Die Eigenschaften, die er dir nachfolgend beschreibt, verdeutlichen welche Werte er seinen persönlichen Fokus legt. 
 

5. Wie sieht für dich die perfekte Art zu arbeiten aus?

 
Diese Frage ist deutlich subtiler als die gängige Standardfrage „Bist du ein Teamplayer?“. Eine Frage, die mit Ja oder Nein beantwortet werden kann, ist grundsätzlich nur sehr bedingt für ein Vorstellungsgespräch geeignet. 
Mit dieser Frage findest du heraus, ob ein Kandidat lieber mit offenen Türen auf einer Kreativplattform Ideen diskutiert oder ob er lieber im stillen, fensterlosen Kämmerchen seinen Rechenschieber malträtiert. Du wirst schnell merken, ob seine bevorzugte Arbeitsweise Nutzen für dein Team stiften kann. 
 
Die Umgebung in der du ein Vorstellungsgespräch anberaumst, ist ein weiterer wichtiger Faktor eines erfolgreichen und aussagekräftigen Interviews. Wieso nicht ein Gespräch an einem Ort der Wahl des Kandidaten führen? Dazu nächste Woche mehr im Blog. 
 
Liebe Grüße
Michael Plentinger